Mittwoch, 21. September (3. Lesetag)

Startzwicker für den jährlichen Wahnsinn! Und ich hab keinen Plan etwas zu schreiben!

Eigentlich hätt i nach drei Tagen schon gnua! I denk mir die ganze Zeit wenn ich die schönen Traubenfotos der anderen Winzer sehe: „Ham de an anderen Herrgott oder suachen die die einzigen „net g’foiten“ Trauben im Weingarten fürs Foto? 🧐

Montag und Dienstag ging es den Muskatellertrauben an den Kragen – und uns a: Durch den vielen Regen und die warmen Temperaturen der letzten Zeit, war es optimal für Fäulnis! Und der Hagel im Sommer am Kogelberg hat noch sein "Häubchen" drauf gesetzt...  Beim Muskateller muss wirklich jedes Kearnderl ausputzt werden! Wir haben putzt wie die Doofen und am Ende der zwei Tage war der Scheff dann glücklich und wir fertig.. 🤯

Heute haben wir begonnen Grüner Veltliner durch zu lesen. "Durchlesen" halt - wie jedes Jahr! Scheff meinte: DES san de "net so schen"  – de andern san bessa!“ Ich hab den schweren Verdacht er will uns nur bei Laune halten! 😏

Heuer ist alles wie immer und doch nicht. Die Lesemannschaft hat sich geändert. Einige aus der „alten Garde“ fehlen, weil sie leider nicht mehr unter uns („unser Onkel Poldi föt ma sehr mit sein Schürzerl )– sind krank oder in „Pension“.. Aber viele sind noch da: vor allem die „Mädels“:

Fräulein M. hat nur geschmatzt beim Muskateller lesen: die schlechten hats obe putzt – die guaten in Mund g‘steckt! Fräulein S. und A. haben uns mit ihren bunten Stieferl wieder beehrt und mit bester Laune. Und Fräulein J. ist die große Motivation für die Scheffin, wenn ihr um hoiba 8 in der Früh schon des G’sicht obe hängt vor lauter Frust.. Weu’s das Nummertaferl vom Polo verbogen hat, beim Z’ruckschiab’n vom Bus... Manche Tagen kennans!

Der Rest der Truppe kommt nächste Woche – de san no in Urlaub..

Und es passt ois wie es is:  vor allem auch mit internationaler Hilfe! Unsere fleißigen ukrainischen Helferlein – die uns schon das ganze Jahr im Weingarten begleiten!

Wir sind ziemlich „multikulti“ unterwegs: „Küve“ – „Vidro“ ... englisch – deutsch – ukrainisch – woidviertlerisch - mit Händ und Fiaß!... Wir verstehn uns! 👍Wenn ma mit dem Herzen dabei ist und den Menschen mit Respekt begegnet kriagt ma ois zruck!

Ansonsten foit ma heuer nix ein“ ...

Falls der Altweibersommer doch noch bei uns eintrifft und die Trauben morgen schöner werden, nachn Red’n vom Scheff,  gibt’s mehr zum Lesen....

Scheffs angebliche Wetterprognose für nächste Woche: „Er sogst nächste Woch’n gor net so schlecht au! Es reng’nt nur hi und do“... Ich sags ja – heute erst zu Fräulein O. aus der Ukraine: „Scheff is a storyteller!“😏😏😏

 

Aber, das Wichtigste: Scheff ist echt glücklich mit dem was ma eam in Keller bringen.. und auf das kommts an...

Donnerstag, 22. September (4. Lesetag)

 

Puh... i glaub es is do no net so schlimm! Zumindest hatten wir heute einen Lichblicktag!

Grüne Veltliner durchgelesen und de waren net amoi so schlecht! Auch von den Graden hat es dem Scheff super gepasst! Die „grüneren, no net so reifen Traugen, hatten heute schon 16 ° (Also von den Klosterneuburgermostwaage-grade!) Das was dann hängen bleibt hat gute Chancen auf was Guat’s!

Übrigens: die Durchputzerei vom Gelben Muskateller hat sich wieder mal ausgezahlt! Scheff sogt: „Most riacht guat, schmeckt guat, is guat!“

Nachdem ich gestern frustrierter weise mit no austauscht hab mit Winzerkolleg-innen" bin i a weng beruhigter: Wir ham alle den selben Herrgott! Es redt nur kana gern über die g'foit'n Krotzen - außer i - scheinbar! (An dieser Stell allen Winzerkolleg-innen: wir schaffen das wie jedes Jahr und wenn net, dann eröffnen wir a Supervision für frustrierte Winzer! Zum Frust owi spülen gibts ja gnua!)

Ja und die Wettergrade ham heute a passt! Sonnenschein und trocken..

Obwohl es trotzdem net zum Jancker ausziagn und Haubn oba geben is! Aber wir haben wirklich hübsche Hauberl heuer im Weingarten: rosa Mützerl mit Perlen drauf und so..

Durchlesen war ja früher einfach erklärt: „I moch an Foahrer – des haßt do is scho g’lesen!“

Auf woidviertlerisch-russisch-ukrainisch-englisch war das dann so: „Do is scho – du von „granitsa zu granitsa“ gehen! Do is finish! – Okeee?“ ... „Ja – da- okee“ (ich bin gespannt auf Eure Russischkenntnisse )

Wir haben es international wirklich sehr lustig--- wenigstens bei uns im Weingarten funktioniert es grenzüberschreitend! Wir sind alle Menschen die auf dem gleichen Planeten leben – und alle wollen: einfach nur leben und glücklich sein! Gemeinsam dann am Tisch sitzen.. es wäre so einfach!

Meine „Mama-Köchin“ ist Gott sei Dank wieder komplett gesund und heuer wieder voll aktiv in meiner Küche! Gulasch machen, Nudeln kochen.. sie is wieder in ihrem Element! „Mama wird dir des eh net z’vü?“ Geh Mausi, i moch des do gern!“ ... hach ... Morgen wamt’s ma „gern“ mei Pasta asciutta...

 

So .. ois erledigt für heute: Zimmer-Kuchl-Kabinett wieder eingepackt. Morgen mehr .. in diesem Theater!

Freitag 23. September (5. Lesetag)

 

Keine besonderen Vorkommnisse.. Alles im grünen Bereich.. Also im "Grünen Veltliner" Bereich...😊Genug für heute....

Samstag, 24. Septemer (6. Lesetag)

Wir haben tatsächlich eine Woche geschafft! Ich weiß im Moment noch nicht ob ich an „ein Leben nach der Weinlese glaube“.. Geh leck, mia werd’n net jünger! (Kann i kurz mal absudern?- Danke!)

Die letzten beiden Tage waren gekrönt von „normalem“ Herbstwetter! In der Früh saukalt – zu Mittag schön warm, vor allem in der Sonne! Da rinnt dann glei mal das Bacherl den Rücken runter bis in die Pelzgummistiefel – die man ja noch vom saukalten Morgen an hat!

Omas Glühwein, der schon vom ersten Tag an mit ist, heizt noch restlich ein! Und so richtig kalt is uns a zu Mittag net geworden. Weil das Erdäpfelgulasch von der anderen Oma a dreimal brennt hat! „Geh so schoarf is net – nur a bissl – hint‘ noch...“

Die Traubenqualität ist absolut ok! Wir sind seit einer Woche fleißig am „Ausputzen“ – ihr wisst no: „Krotzen putzen“! Es ist von Weingarten zu Weingarten verschieden. Die Trauben die schon reifer sind, haben natürlich den Hang jetzt schneller zu faulen! Die gehören eben durchgeputzt.. Und was wir dem Herrn Scheff in den Keller bringen, passt eam! Und das ist wichtig!

Zum Teil hat uns auch der Hagel im Sommer erwischt.. Es ist ein bissl doofer zum Ausputzerln, aber immer noch im Rahmen und nix zum Meckern!

Meine „ukrainisch-russisch“ Kenntnisse werden immer besser: „vidro polny“  = „voller Kübel“.

Man beginnt tatsächlich zu switchen in den Sprachen: „Geh gib in vidro polny uma!“

„You must putz it net so genau – because des is coming glei in die Presse – dobre?“ Wenn man dann noch die pickerten Finger und die Pelzschuhfusserl zum Reden dazu nimmt, kommt man echt gut über die Runden!

Wir sind wieder ein echt super Team heuer – so wie jedes Jahr! Es ist ein internationales Geschnatter im Weingarten und wenn dann auch noch der Gasthund des Tages (der heut mit sein Herrl mit hat dürfen) dazwischen um Streicheleinheiten jault, ist es fast schon kitschig idyllisch! Der Hund hat übrigens am Ende des Tages eine hübsche „Irokesenfrisur“ auf sein Schopf gehabt, weil ihn jeder mit seine pickerten Finger gekrault hat!

 

Während der Herr Scheff im Keller den Most der ersten Woche in den Fässern lagert, wird in meiner Küche herg’richt für die kommende Woche. In der Hoffnung, dass Frau Kummer Recht behält: am Montag in ganz Österreich feuchtes Wetter – außer im Osten bleibt es trocken... 

 

Mittwoch, 28. September (9. Lesetag)

... eigentlich weiß i erst seit einer Stund dass heute Mittwoch is und net Donnerstag!

Und eigentlich is es wurscht! Ich bin mittlerweile ziemlich zeitlos, weil jeder Tag das Geiche bringt:

I steh auf, wasch mein – mittlerweile verschrumpeltes – Gesicht, versuch die Meerschweindelfrisur in Form zu bringen, man will ja seinem Weingartenzeilengegenüber eine halbwegs nette Erscheinung sein. (Was allerdings nach 10 Minuten wieder erledigt ist, wenn die ersten pickerten Krotzen ins G’sicht spritzen und der „Morgentau“ durchs Haar fährt!) Während des Zähneputzens versuch ich mich in aufrechte Form zu bringen. Das Knacken und Grammeln in meinen Gelenken und Wirbelsäule werte ich als gutes Lebenszeichen.

Dann koch i 1,5 Liter Kaffee, schneid a Kilo Brot, lad Zimmer-Kuchl-Kabinett in den Bus und warte auf die Mannschaft! Einen Motivationsknutscher vom Scheff gibt’s a no jeden Tag in der Früh – ein gutes Zeichen... es läuft noch alles „rund“...

Wir lesen immer noch Grüne Veltliner durch.. Manche Weingärten san wirklich schön, andere, naja. Die werden stillschweigend ausgeputzt: „Es muass hoit sei, des is hoit so!“ meinte heute Fräulein K. völlig motiviert! Heute war aber auch das Wetter wieder so wie wir es gerne hätten..

Gestern war es zum Davonrennen.. was wir auch nach einer Stunde Lese im Regen getan haben!

In der Früh ging es wieder mal altgewohnt los: „Tama oder tama net?“ .. Guat, dann die Entscheidung: mir tan! Nach einer Stunde begann es zu tröpfeln mit den obligatorischen Rückmeldungen der Lesemannschaft: „i g’spia no nix!“ – „Es wird immer mehr!“ – „I glaub es wird wieder weniger!“- „Do hint wird’s scho wieder liacht!“ – „Do hint ziagt’s sa se immer mehr zua!“.. Im Endeffekt hat es sich so richtig schön eingeregnet.. Allerdings hama am Hänger grad so a Patzl Trauben gehabt, mit dem konnte der Scheff im Keller net recht viel anfangen.

Also Kaputzen drüber, Kragen aufstellen und weiter putzen! Nach einer Stunde war endlich so viel beinand, dass wir entlassen waren. Alle leicht durchfeuchtet und immer no fröhlich. An dieser Stelle ein großes Danke an unsere Leseschar! Kein Murren, Raunzen und Zwidern gibt’s da! Im Gegenteil: „No sicher! Des moch ma jetzt no fertig!“

Es ist ein schwieriges Jahr ist! Es ist ein Jahr in dem der Winzer sehr gefordert ist! Aber das ist die Arbeit mit der Natur, jedes Jahr eine neue Herausforderung! Und nach einigen Rückmeldungen anderer Winzerkollegen: „Alle ham den selben Sch....!“ .. und es wird auch heuer wieder guter Wein werden! Wir versuchen es positiv motiviert zu sehen – nutzt eh nix!

 

Morgen geht’s wieder weiter.. Morgen ist genau welcher Tag??? Ach egal..... 

 

Mittwoch, 5. Oktober (13. Lesetag)

... ma muass se’s afoch schen reden! Mit Schmäh, Glitzerhauben und Glühwein!

Mittlerweile schau i so g’fäut aus wir unsere durchputzten Trauben! Das bemerke ich immer am Blick der Menschen, wenn i wen begegne! ... Der Blick is eigen... Wobei ich im Moment meine Wege eh sehr begrenzt san, zwischen Keller – Haus – Supermarkt – Weingarten!

Mei Küche is wieder zur Großküche geworden, meine Mama zur Großköchin die mich sagenhaft unterstützt! Wenn’s Fleisch anbratet für an Haufen Leute – „weu des g’hört g’scheit aubrot’n!!“ .. uff .. was soll ich sagen... Fettdunst bis ins Schlafzimmer...

Im Weingarten rennt Gott sei Dank immer no der Scmäh! Scheff meinte heute: „se loch’n no!“.. Das sagt alles!

Es is sehr mühsam heuer die Lese, wir putzen und putzen und putzen und putzen... und wenn sie nicht gestorben sind, dann putzen sie noch ... keine Ahnung wie lang..............................

Aber wenigstens bringt‘s was, weil der Herr Scheff zufrieden ist mit dem was er in den Keller bekommt!

Riesling sind reif und schmecken super guat! Grüne Veltliner hängen durchputzt - was sonst - noch draußen und lassen sich die Sonne auf die Beberl-Backen scheinen!

Der Altweibersommer dürfte jetzt endlich doch noch kommen.. Im Moment ist es in der Früh g’scheit huschi, aber sobald die Sonne rauskommt, wärmt es Herz und Seele und unsere Trauberl!

 

Wir bleiben drann!

 

Donnerstag, 6. Oktober (14. Lesetag)

.. jetzt warats uns glei wieder z’hoaß! Aber endlich ist er da der lang ersehnte Altweibersommer!

Sonnig, trocken – so wie wir es ersehnt haben! Da ist gleich jeder a bissl besser drauf!

Irgendwann „funktioniert“ man ganz guat – alles hat seinen Ablauf! Es hat sich alles automatisiert: da Kaffee rinnt durch, Brot wird gschnitten, Jausn gricht, Scheren gewaschen, Trinken einpacken, Gummistiefel trocknen, Bärlihäferl waschen, .. usw..

Jeden Tag das gleiche – außer dass mittlerweile wieder alles – aber auch wirklich ALLES pickt! Wo ma hingreift hast pickerte Finger!

Gummistiefel – Stirnbandl – Autoschnallen – Lenkrad – sogar da Gasthund! Gut der is aber selber schuld: er hat die Angewohnheit sich so hin zu legen, dass man die gfäuten Beeberl genau in sein Fell putzt! Die er aber net frißt! Er wartet lieber, dass die Wurscht runterfällt...

Scheff hat Scheffin grad die ersten „fertigen – durchgegorenen – Weine 2022“ kosten lassen!

Die Wahnsinnsarbeit der letzten Wochen wurde belohnt! Schmecken super guat und des wird was!

 

Wir bleiben dran...........................................

 

Montag, 10. Oktober (16. Lesetag)

... bei dem Wetter "smilt" sogar der Himmel! Es treibt Dir das Jopperl owa und alle sind happy!Meine Welt besteht im Moment nur mehr aus: pickerte Finger - was koch und richt i morgen - i fühl mi völlig überfressen, weil ich dauernd Lebkuchen in mich reinstopf - mir tuat mein Kreuz weh (hoffentlich net wieder die Bandscheibe) - hach ist es schön am Abend ins Bett zu fallen - uff scho wieder aufstehen - zwicken, zwicken, zwicken - heute Leut am Schmäh halten - morgen selber getröstet werden weil de ois au'zipft - Jungwein kosten mit Scheff bis zum "uah i hab an Flieger!" - Weintrauben essen bis zum Schlechtwerden, weils sooo guat und siaß san - große Reindl anfüllen und dann wieder auswaschen – Kühltruhe, die eh schon bummvoll ist, mit Restl anfüllen – pickerte Hosen waschen (die stehen sonst von alleine!) – Fingerzipfel vom Gummihandschuh abgerissen – in der Gründüngungszeile auf allen Vieren kriechen, weil die Feder von der Schere davon gehupft ist – Romeo streicheln und ins Ohr schnurren lassen (OHNE pickerte Finger) – am Abend in der Couch versinken und dann an Kran brauchen, weil ma nimmer auf kann – vergessen das Lenkrad abzuwischen um dann am Morgen glei mal mit pickerte Finger zu „starten“ – Schuach daham stehen lassen und mit den Pelzgummistiefel zu Mittag in der Sonne stehen – an einem „Ort“ die Jacken ausziagn, am Packsteu aufhängen und dann zum Holen wieder retour rennen – Bauch und Popo einziehen weil der Traktor in Deiner Zeile durchbrettert – Mamaköchin instruieren in welchen Reindl‘n sie morgen, was auch immer, umrühren soll – Jaus’n aufdeckten, Jaus’n wegrama – in Kaffee versehentlich den Apfelsaft schütten, statt der Milch – de Müch überhaupt daham vergessen – in Scheff im Presshaus besuchen und dabei 100000 Mostfliagen verschlucken oder einatmen – Henkel vom Kübel suachen, weil er plötzlich weg ist – Kübel entsorgen, weil der Traktor drüber gefahren ist......

... ganz normal: „Lese“ halt...

 

(...übringes net in der Reihenfolge - aber es fühlt sich a bissl so an!)

 

Bitte warten.........................

Hach, das Wetter ist ein Traum für jeden „Wir ham no was drauss’t hängen“ Betrieb..

Scheff is heute zwida – vielleicht is des Wetta? Jaaaa ist es!

Der Austausch mit Winzerkolleg-inn-en ist wie folgt: „I bin so froh, dass ma fertig san! I bendei Euch net!“ und „Mir ham no was hängen von dem Sch....“

Es gibt im Moment gerade die beiden Seite: „Mir san Gott sei Dank fertig“ und „Wir sann no immer net fertig“.

Das heißt man findet gerade Zuspruch und Motivation der „Fertigen“ oder Mitleid der nicht „Fertigen“!

Scheff hat mittlerweile 8 WetterApps intstalliert, die alle was anderes anzeigen. Die Verwirrung ist vorprogrammiert – und die Zwidaheit a!

Es ist so als stünde man in den Startlöchern, möchte lossprinten aber vorn steht einer und sagt: „Na sicher nicht!“ Da nützt auch nix, wenn Herr und Frau Wetterfrosch meinen es wird „eh wieder schön“!

Man verfällt in eine gewisse Lethargie. Putzen bringt nix, morgen pickt und dreckat eh wieder alles. Vorkocht hab i – wenn es morgen nass is kommt der Matschger wieder in die Kühltruhe – die eh schon bummvoll ist! Soll i jetzt a Brot auftauen oder net? Irgendwie gabs eh gnua zum Tuan, aber es g’freit an nix.

Nach 4 Wochen tuan da Knochen und Körperstellen die man gar nicht wusste, dass man sie hat. Die Motivation sinkt zunehmend. Von „jo wir schaffffffen das!“ bis „Geh leck mi fäut ois au“ ist alles dabei... Man „belohnt“ sich mit allem was die Naschlade so hergibt, obwohl die Waage schon laut schreit, wenn man nur den ersten Haxen draufstellt..

Normalerweise mag ich solche Regen-Samstage! Man dümpelt und gammelt so dahin. Bewegt sich von Kuchen backen, lesen und mit Strickzeug auf der Couch knotzen hin und her. Aber NICHT so, wenn man zu den „nicht Fertigen“ gehört!

Die Trauben sind nass – tut der Qualität nix Gutes!

Wir brauchen Sonne und Wind!! Wie ein Leser von uns treffend bemerkte: „Des ganze Johr blost der Sch...wind und jetzt brauchat man und er is net da!“

Sogar da Kater is angefressen bei dem Wetter --- er waß net ob er rein oder raus will....

Die ersten Leser fragen an: „les ma morgen?“.. Tja... DAS steht irgenwo in eine der 8 WetterAPP‘s...

Und trotzdem werden wir es wieder hinbekommen, wie jedes Jahr. Am Ende alle beisammen sitzen uns freuen, dass wir die Ernte eingefahren habe.... heuer... vielleicht... doch noch... irgendwann....

 

... aber das ist eine andere Geschichte.........

 

"VERGELT'S GOTT"!

Die Ernte 2022 ist im Keller! Ein herzliches Danke an alle unsere Helfer. Es war ein sehr schwieriges Erntejahr! Aber wir haben es geschafft! 24 Lesetage haben wir hinter uns.. Davon 3 Wochen nur putzen und zupfen.... Aber es gab kein Murren oder Granteln.. Es war ein tolles Team. Herzlichen Dank.... !!!

Danke auch an alle "Mitleser" hier herinnen, für den Zuspruch, die Unterstützung und Eure Worte. Heuer gab's kein Lese"tage"buch - in diesem Sinne, ich hätte es nicht geschafft.. Aber es tuat unglaublich guat, zu lesen, wieviel "mit fiebern" was bei uns so passiert! Danke...

Jetzt kehrt wieder normales Leben ein... Scheff und ich hocken alleine am Küchentisch -nur wir zwa und sunst neamt!😏

Jetzt wird alles wegg'ramt und verstaut für nächstes Jahr... aber das ist eine andere Geschichte....

 

(den Traktor hat übrigens da Opa aufputzt! 😉)