Lesetagebuch 2021

Tag 1: Montag, 27. September!

Es geht los... Juchu.. Ich frag mich ernsthaft wo das Jahr hingekommen ist. Sama net gestern erst fertig geworden mit’n Lesen? Naja – „nach der Lese ist ja bekanntlich, vor der Lese.

So heute war also Start, mit gesplitteter  Mannschaft. Weil Fräulein M. Montag und Dienstag kommt, Herr H. Mittwoch und Freitag, Frau Ch. nur Donnerstag, Herr F. diese Woche nicht, dafür nächste Woche Montag und Dienstag Vormittags........ Kennt sich wer no aus? Guat – i a nimmer!

Meine Freundin und Winzerkollegin hat meinen „Mannschaftsplan“ gesehen und meinte: „Geh leck, ala für DES brauchst ja a Sekretärin!“ .. (i bin für an Sekretär!)

Was auch die Neuerung mit sich bringt: Kaffeebärchenhäferl und Trinkgläser sind nummeriert!

I hab nur ein gewisses Kontingent an Lesergläser und –häferl. Wenn dann aber auf an Glasl Sybille drauf steht und de is am Mittwoch net da, und da Franz muass aus da Helga ihren Glasl trinken, weil die an net da ist, und drei Tag später ist es umgekehrt, dann wissen am Ende der Woche da Fritz, die Mitzi und da Sepp selber nimmer, wers san...

Ja!! Es ist kompliziert! .. Also durchnummeriert! Ansage: „jeder merkt sich seine Nummer – vom Häferl und vom Glasl! Verstanden!?!“ Zu  blöd nur, wenn die Scheffin dann selber am Tisch sitzt und laut überlegt: „war jetzt mei Kaffeehäferl Nummer 7 und des Glasl Nummer 9, oder umgekehrt?“

 

Also guat, in der Früh auffi am Berg zu den Müller Thurgau (Frühsorte). Trocken ist! Perfekt! Gleich in die Vollen! Allerdings vom Hagel angepeckt! (ABER NEIN – wir sudern nicht!!! Weil wir glücklich sind, dass wir heuer so gut davon gekommen sind mit den Unwettern!) Und sonst nix, bis wenig gf`eut ......... und ............. keine Grotz`n! Herr Scheff hat wieder, wie alle Jahre eine Einführung in die – eh schon bekannte Materie gemacht und seine Erklärungen, werden (mit zunehmendem Alter?? ) immer skurrieler: „DAS sind sehr gefährliche Trauben! Da musst Du an den Fingern riechen, wenn die stinken, dann muasst es am Boden hauen!“..... ähm... i glaub da sind die durchnummerierten Becherchen a Lercherlschaß für`s Verständnis!

Na guat, alle haben motiviert dahin gezwickt, bis von oben irgendwer den Piphahn aufgedreht hat.. Es war dann so eine dezente Regentröpflerei die zum Aufhören zu wenig und zum Weitermachen zu viel war. Herr Scheff meinte: „Er g`spiart nix, sein „Regensensor“ ist net so empfindlich“ .Gut irgendwann doch die Scheffdurchsage: „Wenn ma beim Hänger san, hör ma auf!“ .. Wia ma beim Hänger waren, hat der Regen aufgehört und net wir... Also guat – no a Runde: Regen wird wieder mehr, bis zum Hänger..  Irgendwann, war der Durchfeuchtungsgrad aber dann doch gnua und eigentlich wars eh schon Mittag: Schlusspfiff!

Mittagseinstiegsmenü: Erdäpfelgulasch. Wieder einmal viel zuviel gekocht- weils im Reindl immer so wenig ausschaut! Ich hab die halbe Großfamilie damit versorgt. Erdäpfelgulasch kann ma net so super einfrieren und außerdem hab i in da Kühltruhe eh kann Platz!

Also guat: Müller Thurgau haben grad aus 17° Klosterneuburger Mostwaage angezeigt.. Herz was willst du mehr! So i geh jetzt Reisfleisch für morgen richten, Scheff presst no brav die heutige Ernte.

An guten Freund hab i a Foto gechickte: „Super! 1. Lesetag, muasst a „Vorher- und Nachherfoto“ machen. Ja klar: I schau ja „vorher schon wie nachher aus“...  Bis morgen in diesem Theater...

 

(sollte jemand von etwaigen Rechtschreib-, Beistrichfehlern und sonstigen Deutschunkenntnissen geblendet sein, bitte Augen zu und durch.)

 

Tag 2: Dienstag, 28. September

Also erstens: Vielen Dank für dieses unglaubliche Feedback und Zuschriften zu meinem Lesetagebuch... I gfrei mi voll!! Ich erzähl über – eigentlich nix besonderes – und es wollen soviel lesen.. DANKE!!!!!!!!!!!

Und heute haben wir gleich den Salat: Heute is nix passiert! NIX! Also, nix, was net jeden Lesetag passiert! Nix Spektakuläres, nix Aufregendes, nix Neix!... Ein Desaster für ein Lesetagebuch!

Das Einzige: Die Gespräche waren recht interessant und informativ! Fräulein U. (ihres Zeichens selber Winzerin und unsere heutige Gastleserin) meinte: „Wie bei uns! Am ersten Tag wird immer ois geklärt: Wer ist g’storb’n, wer lebt no? Und dann wir das Thema geändert: „Wer kann no, mit wem?“ Es ging recht heiß her... auch wegen des strahlenden Sonnenscheins!.. und wie immer treibt‘s an da die Schichten so zitzerlweis runter. WANN merkt Scheffin, dass sie alt wird??? Wenn sa se ausziagt und.... Leser G. ruft: „Hey heit seh’mas no im Bikini!“ und Leser H. antwortet: „Wüst des seh’gn?“ ... Danke.....

Zum Thema passen zeigte uns Fräulein U. ihre Turnschuhkondome!.. I hab bis heit net gewusst, dass es sowas gibt.. Es ist sowas ähnliches wie ein Gummiverhüteli für Arbeitsschuhe.. So als Gummistiefelersatz!... (In „Echt“ heißt das Teil übrigens – völlig langweilig – Silikonüberschuhe.)

Ja,.. das wars auch schon irgendwie! Sonnenschein von der Früh weg, net amal die Weinbeern sag g‘feut! Es gibt nix zu berichten von Krotzen, Ausputzeln, und sonstigen Dingen, die die Lese  versau’n?

Oh Gott, das wird doch nicht endlich mal ein völlig langweiliges, afaoch nur, Dahinlesen sei? (Weit hinausgelehnt an Tag 2)

Apropo 2! Ich war heute Becherchen zwei! Es entwickelt sich mittlerweile ein Run um Becher 1! Wer am schnöst’n is, ziagt die beste Nummer! Ansonsten: auch heute wieder lustig! „Verdaummt, wos hob i jetzt für a Numer g’habt?“

Ach.. und übrigens: Alle Namen sind frei erfunden! Aus Datenschutzgründen darf ich Euch nicht sagen, wer aus meinen Becherchen getrunken und von meinen Tellerchen gegessen hat!

Müller Thurgau fertig gelesen, Grüne Veltliner zum Durchlesen begonnen. Super schön.. Scheff z’frieden.. Lob kriagt von eam! Wie ihr schon wisst, wenn Scheff sagt: „Liebe Leute....“ , was ist dann ????? Ja braaaaaaaaaaaaaaaaaaav war’n wir!

 

Einzig, wenn man mit Scheff ausmacht: „I hob is Reisfleisch g’richt, Du brauchst nur den Dampfgarer einschalten“.... DAS ist eine andere Geschichte..... 

 

Tag 3: Mittwoch, 29. September

Muskateller! Die Königsdisziplin der Auslese! Die Muskatellertrauben bleiben in der Presse über Nacht stehen, damit sich die Aromastoffe der Beerenschale auslaugt (hot ma da Scheff grad so angesagt!) Das heißt: Da muass ois passen!!!

Das Wetter – net z’hoaß! Kühl und trocken – damit die Frische der Trauben erhalten bleibt (hot a ma a grad ang’sagt, da Scheff!) Gut Wetter hat schon moi passt!

Dann: NIX G’fäut’s dabei! Hier wird akribisch jedes nicht schöne Beeberl raus seziert... Da net vü g’feut war, eine leichte Übung heuer .. und ....  Scheff war voll happy und guat drauf!

Es ist irgendwie richtig langweilig! Wetter schön, Trauben schön, Leut glücklich, Scheff net zwida.. Seltsame Lese!

Was soll i da schreiben? Is ja langweilig? (I schreib so lang deppert daher, bis is verschria’n hab und Ende Oktober haben wir dann den Spaß)...

Heute waren wir ziemlich männerlastig. Wir Damen waren ein wenig in der Unterzahl! Dementsprechend die Gespräche: kein Kommentar!

Aber unser „Leseküken“ war Gott sei Dank auch wieder da! Die Jüngste, Wendigste und Zierlichste! Des ist voi super!!! Geh Fräulein T. kannst Du bitte in da drübern Zeun (Zeile) nach helfen, de san so weit hinten!? .. Wie ein Reh hüpft sie dann unten durch, no moi unten durch und no moi und is scho drüben!

ICH bin jetzt in an Alter, wo i mi auf alle Viere werf, unter der Zeile durch den Bewässerungsdraht wutzelt, dann bleibt ma sicher irgendwo mit so an G‘wandfetzen hängen und verfangt sich a no mit de Haar in de Reben... Beim Aufstehen kummt a „Auweh“ aus und des ganze drei mal.. Wenn ma in der Nachbarzeile auftaucht hört ma ein maximales: „Wo tuast’n DUUUUU do??? Wia kreust’n DUUUU daher????“ Schaut echt guat aus!

Überraschung!!! I versteh ja manche Dinge nicht und wer steuert des? JEDES Jahr pünktlich zu Lesebeginn verstopft es mir meinen Küchenabfluß! Da sitzt wahrscheinlich einer drin und wenn wir mit der Lese starten, hoit er zua! Gut, Scheff rückt mit diesem „Durchblasdings“ an: „Kemma zamm hö’fn?“ .. „Sicher!“  I hoit zua, er werkt - Ich weiß jetzt wo die Bedeutung „Du schaust aus wia g’spritzte Kuchl“ herkommt!

 

UND heute war die absolute Prämiere in meiner ca. 20 jährigen „Leserkochära“! I hob heut net kocht, sondern da Gutmann Klausi! Boahhhhh war das schön!!!!!!!!!!! Und guat!!!!!!!!!!!... Nur abholen und essen... Gestern frag i Klaus: „Was gibt’s morgen für a Menü?“ – „Schweinsbraten“... Net wahr??????????!  Montag und Dienstag, wenn Ruhetag ist, kann i mir mein Zeug selber essen, fürcht ich....  Aber jetzt hat Frau Scheffin Zeit zum Kuchen backen... 

 

Tag 4: Donnerstag, 30. September

Ein Lesetag wie man ihn sich schöner net vorstellen kann!  Sonnenschein, der nur durch ein paar Schäfchenwolken getrübt wurde, nicht zu heiß, net zu kalt,.... so a bissl: „Zum Ausziagn zweng, zum Anlassen zvü.. Je nach dem ob ma in der Sunn – oder Schattenseite gestanden ist!

Gott sei Dank war Fräulein C. heute da und hat den Damenschnitt halbwegs in der Waage gehalten! Des braucht ma, damit man die „Männergespräche“ im Zaum halten kann...

Es wurden Grüner Veltliner durchgelesen.. Nach Scheffanordnung: „Olle Zachen aussa!“ .. Worauf sich eine Diskussion zwischen Scheffin und Herrn H. ergeben hat: „Wos is jetzt zach und wach und lätschert!“ ... Das Gespräch ist nach zwei Sätzen in eine völlig andere Richtung (net ganz jugendfreie) abgedriftet und hat mit Weintrauben eigentlich nix mehr z’tuan gehabt..

Ähm .. ja also Grüner Veltliner: Schön und siaß, drei Hänger durchgelesen (TRAKTORhänger!!!)

Gutmann hat wieder gekocht – im Lesen abnehmen, kann i mir abschminken! Scheff hat uns zu Mittag an Muskateller- und Grüner Veltliner Most mitgebracht.. DER HAT A FARBE!!! Sensationell und schmeckt auch super guat!

Nach dem Scheffin nicht kochen musste, hat sie sich bei Scheff im Keller angetragen für Hilfe: Trestern o’grampen! (Trestern auf den Hänger befördern! Mit an „Kreu“ (ähm ??.. hmmmmm.... sowas wie a Mistgabel) werden die Trestern (ausgepressten Beerenschalen und Kerne) auf den Traktorhänger befördert, um sie dann im Weingarten für die Düngung aus zu bringen.)

Also: man steht auf an rutscherten Hänger, grampelt da so herum und füllt se de Gummistiefel a glei mit Trestern an... Und ist von einer Wolke an Mostfliegen umgeben! (Dabei halten sich die Viecher eh noch dezent zurück! Die Explosion kommt erst!) Also Nasenlöcher und Mund zu und schaufeln! Neben bei steht da Scheff und gibt Anweisungen: „Net den Kreu durt hinlegen!!! Sunst pickt daunn ois!!! Vorsichtig einihocka, sunst haust a Dön eine!!!... Scheffin hat ihn unten reden lassen... auffa am Hänger hätt er eh net  können: er hot se nämlich des Kreuz verrissen!

Die Nummer mit den Nummer, funktioniert a am 4. Tag no net! Es entsteh‘n immer heiße Diskussionen, wer welchen Becher hat und wer wem sei Nummer weggnuma hat! ... Herr H. und Scheffin haben nach zweiten Mal Trinken auch schon aus dem selben Becherchen getrunken. Scheffin merkt ses nämlich a net.!

So und jetzt ist mal Schluss! Morgen wird nicht gelesen! Die Trauben sind heuer no net so weit wie wir sie gerne hätten! Aber es ist noch Zeit, das Wetter perfekt! Wir lassen ihnen noch die Reife zukommen die sich brauchen! Die physiologische Reife ist noch nicht erreicht. Die Säure ist noch „knackig“ (Der Herr Scheff sagt i muass schreiben: Wir warten noch auf ein perfektes Zucker- Säure-Balance- Verhältnis! Weu des hört se guat an!) Herr H. hat es treffender formuliert: „Beim schen Wetta huck ma daham und wann dann da Nebel eifoit und es jeden Tog noss is, dann werma nervös!“.... Er kunnt recht ham...

So mehr Geschichten gibt’s heute einfach nicht!!! Es ist schön, das Wetter passt, Krotzen san äußerst selten zu finden bis jetzt...

 

Die kleine Leserrunde wird ab nächster Woche größer, da fallen dann die Lese-Damen ein!  Hui, da können se die Herrn dann fest anhoitn.... am Draht! .. und vielleicht werden die Geschichten dann spannender! Schönes Wochenende und möge uns der Wetterfrosch gnädig bleiben!

 

Tag 5 und 6:  4.  – 5. Oktober:

Gestriger Totalausfall der sozial media Kanäle! Und i war froh,.. Scheffin is am Abend auch total ausgefallen und um 21 Uhr ins Bett, mit den „berühmten Hendln“!

Aber es waren zwei wunderbare Lesetage! Traumhaftestes Lesewetter, mit einer lustigen Mann- ähm.. eigentlichen Frauenschaft! Ziemlicher Frauenüberschuss gestern.. Die Männer haben sich ruhig verhalten und net vür z’ruck reden traut..  Es wurden Riesling durchgelesen mit tollen Graden.. Scheff war zufrieden.. Riesling durchlesen wie jedes Jahr eine lustige Angelegenheit. Alle „Krotzen“ aussa: es wird alles rausgezwickt, das nicht ganz sauber ist – es sollen nur die „reinen Trauben hängen bleiben. Wobei die Fäule ja gut ist, sowie eingetrocknete Rosinen.  Damit kein Durcheinander rauskommt, wird von „Backsteu – zu Backsteu“ gelesen (von Pfahl zu Pfahl). Wenn se ana net drann hoit, wird er lautstark erinnert: „HEY!!!!!!!!!!!!!!!! Do IS scho glesen!!!!!!!!!“ .. „Oba da wor no a g’feut’s?“... „Daunn schneids oba und red net laung!“ .. Vor allem wenn man hinter Scheff nachlest! Afoch die übersehenen oba lesen und ruhig sein! Scheff wird net kritisiert! Der Herr Scheff war sehr zufrieden, was er wie immer in: „Liebe Leute, sche mocht’s es!“ ausdrückte!

Montag und Dienstag derf ja Scheffin selber kochen.. Gestern Spaghetti.. und a des immer das Gleiche: Nudeln abgewogen: „des reicht sicher!“ Kurz darauf ein Blick dann ins Reindl: „Des is sicher zweng!“ Guat es war NET zweng... Wie immer der Kommentar der Lesemannschaft: „Wievü Leit kumman no?“

Heute war die „Gewerkschaft“ wieder am Plan! A jedes Jahr dasselbe Theater.. Da „rotten“ sich Herr H. und Herr R. zusammen und versuchen verzweifelt eine „Gewerkschaft“ zu gründen um die besten Leserkonditionen raus zu hauen: Schönwetter- oder Regenwetterzulage (je nach dem), „Krotzenzulage“ je nach Fäulnisgrad der Trauben – (die fällt heuer aus!), „volle Kübelzulage“ (für jeden voll gelesenen Kübel) – söba ausleeren kummt no extra dazu...

Und so weiter du so fort.... lauter herzige Ideen... Aber Scheff und Scheffin is wurscht, solang man die Scheren klappern hört und die Leser san unterhalten. Am Ende kommt immer das Gleiche raus:

Es rennt da Schmäh und g’arbeitet wird trotzdem!

Heute wurde der erste Grüner Veltliner Weingarten abgestaubt! Das ist immer das Beste an der ganzen Lese: in die Vollen! Alles lesen, ohne auslesen.... Alles abzwicken! Da ist der Kübelausleerer ein „ormer Hund“! Wir lesen ja in  „normale“ Leserkübel, unser Onkel P. hat es immer mit: „Es mit eich’re Senfküberl!“ kommentiert.. Das heißt: zwick, zwick, zwick, zwick, zwick – voll: „KÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜBEEEE!“.... Ziemliche Hektik bricht dann immer aus, so ois mechat ma’s stöh’n!

Güner Veltliner mit 17°, fruchtig schmeckender Most.. Und den ersten Sturm gibt’s a schon..

Küchentechnisch gab es heute Linsen, Speck und Semmelknödel! Dank zwei Dampfgarer war der Plan die Semmelknödel im Keller zu kochen! Wie gesagt: DAS war der Plan! Scheffin hat den Dampfi programmiert und Scheff hätt ihn afoch nur einschoitn soin! DAS war der Plan!

Endlich Mittagszeit, Scheffin kummt mit Linsen und Knödel in Keller, öffnet den piepsenden Dampfgarer! Knödel kalt und NICHT gekocht! Kurze Schnappatmung! Scheff: „I hob eam SICHER ei’g’schoit! Er hot jo pfaucht!!!!“ Daraufhin hat Scheffi a pfaucht..

Plan B musste her: die Lesemannschaft hat als „Vorspeise“ a Bouteille“ Grüner Veltliner kriagt während die Knödel a halbe Stunde dahin gedampft san.. Fräulein S. und Fräulein J. versuchten die spontan aufgetretenen Herzrythmusstörungen von Scheffin, mit den Worten: „Geh is ja nix passiert, dann wart ma halt a bissl!“ zu beruhigen. Ich bin daweil trotzdem a Runde im Kras g’rennt um das Adrenalin wieder ab zu bauen! Aber: Ende gut, alles gut – Alle lustig, alle angegessen!

Und die Moral von der Geschicht? Nach dem der Herr Scheff vorige Woche schon einen Hund in mein geplantes „dampfgarendes Reisfleisch“ g’haut hat: der greift ma des Trumm nimmer an!!! Die Schlussworte von Herrn R.: „Scheff, des wor da Plan, oder?“

 

Morgen regnet es.. angeblich! Dann schaumamoi..........................................................

 

Tag 7 und 6: 8. – 9. Oktober

Aufgrund der bescheidenen Wetterlage hatten wir die Woche zwei Tage „Lese-zwangspause“! Ah net schlecht um sich wieder ein wenig in Haus und Keller zu sortieren! Der Plan war, nach 17 verschiedenen „Wettan-schaun“, am Freitag wieder zu lesen. Frau Scheffin hält also dann, des Freitag Morgens um 6 Uhr früh, mit Wollsockerl und Nachthemat, die Nase vor die Haustür. Alles pritschelnass! .. Zurück ins Bett zu Herrn Scheff, zum beratschlagenden „wos dama?“ ... Mal ein Whats App in die Lesergruppe: „Alles nass, Lese verschoben – wir melden uns später“. Dann ging es los, das ¼ stündliche aus-dem-Fenster-schauen ob da Wind kummt. WIEVIELE Tage im Jahr blast einem der Wind fast das Hirn weg?? Und wenn man braucht is er net da!!! .. Nicht mal ein laues Lüftchen hat sich irgendwo geregt.. Um 8 Uhr die nächste Message an die Lesegruppe: „Vor Mittag wird es nix, wir melden uns“.. Herr Scheff zu Frau Scheffin: „Wo’s dama?“ Also ob Frau Scheffin an Plan hätte... Guat, ab in den Weingarten zur Besichtigung der Trauben! Nach hin und her rennen, Trauben begrapschen zwecks Kontrolle des Nässegrades, einstimmige Übereinkunft: Ois nass, ka Wind, wird heit nix!

Zurück zum Auto stapfen, ins Auto einsteigen, im Auto sitzen – es kommt wie es immer kommt: Scheff fragt Scheffin: „und wama doooooo wos obalesen???“ ... Neue Diskussionsrunde! Gut, wir lesen doch und am Samstag Vormittags auch - dass dritte Whats App: „Um 12 geht’s los!“ 

Jetzt ist das Hirn von Frau Scheffin auf Hochtouren gelaufen: i hab das Menü für Mittag beim Klausi bestellt – des brauch i jetzt net, weil wir am Nachmittag lesen? Jetzt brauch i aber für Samstag Mittag was? ... Huch, es ist immer so spaßig, die „unwichtigste Sache der Lese“! („Meiiiii tua da nix an, dann gibt’s halt amal net so vü!“.. WAS ist „Net so vü“??? Für 10 Leut???

Na guat – alles geklärt und geregelt und der Wind war uns dann gnädig und hat doch noch ein wenig geblasen, die Sonne hat sich blicken lassen und es war ein herrlicher Lesenachmittag. Und auch der Satz hat dann net fehlen dürfen: „Warat scho bled g’wesen, wauma heit net g’lesen hätten, gö???“ 

Ja wäre es! Sonnenschein – trockene Grüner Veltliner Trauben, davon zwei bumstivolle Fuhren!

Mit denen gast da „Brandl Hans“ dann immer durch Zöbing, dass eam schon am Traktorklang kennan, was ihm den Namen „Vollgas Hans“ eingebracht hat! Böse Zunge behaupten sogar, dass, wenn er mit’n Traktor um die Ecken pfeifft, Hundebesitzer panisch ihre Lieblinge an der Hundeleine am Gehsteig zurück reissen!

Scheff glücklich – Freitag erledigt! Sogar Herr Weberknecht hat seine 8 Haxen in der Sonne g’spreitz und relativ gechillt das Fotoshooting über sich ergehen lassen.

Heute Samstag, war es gleich ein wenig frisch in den Fingern. Da kann ma schon de g’fütterten Pelzgummistiefel anziehen! Es ist aber traumhaft schön, wenn dann die Sonne hinterm Hügel vorkommt und langsam den Rücken wärmt, a richtig tolles Herbstwetter halt! Sehr schöne Grüner Veltliner Trauben „am Hund“ haben auf uns gewartet! Fast nix zum butzen, nur abzwicken und „dahin jageln“!

Die Becher- und Häfer-Action nimmt immer lustigere Formen an. Es entwickelt sich ein mathematisches Gehirnjogging. Die schnellsten und schlausten schau’n, dass zwa gleiche dawischen! (Also Becher 7 und Häferl 7) Wenn das nimmer geht vielleicht Becher 6 und Häferl 4, weil das ergibt 10, das kann man sich merken! „Bist Du 1??“ „Na i bin 1 mit 0 hinten drann!“.. Mitten drinn Herr G., dem is des ois wurscht, der trinkt aus dem Häferl und Becherl des eam zwischen de pickerten Finger kommt! Heute wurde die Idee geboren Herr G. bekommt sein Becherl mit einer Schnullerkette um den Hals gehängt! Dann san alle aus’n „Schneider“!

Es wurden überhaupt wieder nette Idee diskutiert! Durch die Frauendominanz waren die  Männer dementsprechend sehr zurückhaltend. Hie und da ein „Umpf“ aus der Männerzeile. Bei der Aufforderung „wü’st wos sog’n“, kam ein leise gehauchtes: „nein“.. Hach .. lustig wars.

Nach dem Herr G. stolz meinte: „I hob jetzt 4 Stund kane g’rauckt“ haben wir beschlossen, des fällt unter betreute „Raucherentwöhnung. Auch den gesundheitsfördernden Aufenthalt in der Frischluft kann man durchaus als therapeutische Maßnahme einfordern, mittels Zahlschein! Das wird heuer ein lustiger Lesebschluss! Statt der Leserauszahlung gibt‘s an Erlagschein für den Therapieplatz!

Fräulein J. rief immer wieder kläglich nach der „Gewerkschaft“ – die kummt aber erst nächste Woche wieder!

Gestern haben wir für Grüner Veltliner Kamptal gelesen, heute für unsern Grünen Veltliner Terrassen mit 19 Zuckergrade! Scheff-Herz lacht!

Den Sturm den ma gestern im Weingarten braucht hätten, den gibt’s übrigen schon im Keller!

Ana ist sogar schon fertig!  Also da Wein!.. Das ist dann ein „Staubiger“, weil er noch trüb ist, durch die Hefe. (hat ma da Herr Scheff grad gsagt!)

 

So mehr Blödsinn fällt mir heute nimmer ein! Es is einfach herrlich heuer zu lesen! Nix g’fäut, herrliches Herbstwetter, lockere Stimmung... noch................. am Montag geht’s weiter!

 

Lesetagebuch Tag 8: 11. Oktober

Ein wunderbarer Lesetag! In der Früh war es ziemlich „zischig“.. Frau Scheffin wollte sich eigentlich die Schihose anziehen, aber nach dem komischen Blick vom Herrn Scheff hab i mi nimmer traut! Also dann den Schichtenlook - unten: 1 dicke Leggin, 1 Jean, 1 dicke Socken, 1 gefütterte Gummistiefel! Oben: 1 Unterhemad, 1 langärmliges Shirt, 1 Rollkragenpullover, 1 gefütterte Winterjacke! Ja das ging so!

Die erste Stund war es kuschelig warm. Aber als die Sonne kam, hat Frau Scheffin sich genauso schnell schichtenweise der Fetzen entledigt! Es ist das perfekte Herbstwetter! Nicht zu warm, sehr gut für die Trauben! Sie sollen kühl in den Keller kommen, damit sie ihre Frucht behalten!

Es ist nicht sehr viel zum Putzen, einige Körnderl die uns der Hagel ang’haut hat! Aber das ist überschaubar!

Bei strahlendem Herbstwetter und Grinsen vom Scheff, haben wir die 1. Lage Grüner Veltliner Kogelberg mit 19° Zuckergraden eingefahren! Herr Scheff hat sich zu einem großes Lob hinreißen lassen zu Mittag – so in etwa: „ Liebe Leute...... sehr fleißig warts heut!“ .. „Liebe Leute“ is immer gut... Da ist der Herr Scheff gut drauf!

Scheff hat heute auch die dritte und letzte Chance genutzt den Dampfgarer ein zu schalten! Er hat die Kurve gekriegt! Brav hat er Scheffin gefragt: „Des haßt i fohr jetzt in Kölla, geh ummi in’d Kuchl und schoit in Daumpfgarer ein, daunn schoit i Press ein und dann geh i nomoi ummi in Kuchl und schau oba a pfaucht?“.. Richtig!!.. so einfach! Brav war er, Scheff hat seine Chance genutzt! Knödel heiß...

Übrigens, die nächste perfekte Idee wurde geboren: unsere Leser werden nächstes Jahr alle gechipt! So a Ohrmarkerl wie auf da Alm!

Da steht dann drauf: die Nummer vom Glasl und vom Becher!!!!!!!!!!!!!!!!!! Des haut net hi!  

Völlig Nummernwahnsinn und der rege Partnerwechsel ist auch nicht zu verachten! Jeder bekommt einen Partner zugeteilt am Morgen und zwa Stund später tuat jeder mit jedem! Das nennt man dann „Jauschei.....n“! .. Und da wird’s bekanntlich reng’at!

 

Laut 17 Wetterberichte die wir heute Mittag geschaut haben kummt Mitte der Woche der nächste Zot’n.... Wir lassen uns überraschen....

 

Lesetagebuch, Tag 9 und 10: 12. – 13. Oktober

HEUTE war das FERNSEHEN DA!!!!!!!!!!!!! Boa!!!!!!!!!!!!!!!!!! Voll cool! Ein Kamerateam für „Land und Leute“ hat heute bei uns die Lese gefilmt! Der Herr Scheff hat angekündigt, ca. uma 12e kummans! Es wurde gleich ein Checkup gemacht: ob alle „kampet und g’schneuzt“ waren! Fräulein K. gab kosmetische Tipps: „A wenig in die Backerl zwicken, dann werdens a rot, stattn Rouge!“ ..  

Frau Scheffin mit völlig vers...ten, pickerten Hosen und Janker und Frisur: Model Meerschwein!

Ich hab natürlich viele, viele Fotos machen müssen, solange bis der Herr Kameramann zum Scheff g’mahnt hat: „Die Frau fotografiert a gern gö?“ „Jetzt kummt die Drohne, Aufnahmen von oben, KANA schaut auffe“ ...

Die Scheffanweisungen waren unglaublich spektakulär: „Wenn de filmen, LANGSAM arbeiten!“ Sowas hat er sonst no nie gsagt!

Auf jeden Fall war es eine tolle Geschichte und wir freuen uns schon auf den Beitrag!

Sonst Boah... voll Stress!! Der Scheff jauckt uns jetzt am Nachmittag a no raus in Weingarten.... „Heut is schön und morgen kunnt’s ja regnen!“

Aber die Tage sind einfach gigantisch schön! Ein richtiger Herbst, wie man es sich vorstellt!

Allerdings bei Tag 10 wird’s das erste Mal a weng zach! Das Kreuz macht sich bemerkbar. Die Motivation versteckt se in der Früh glei mal hinterm Kaffeehäferl... Aber es nutzt nix! Eine ins Leiberl-Legin-Jean-Pullover-dicke Jack’n-dickeHos’n-Gummistiefel-Haub’n und ausse... und wenn man mal draußen ist, passte es schon!

Es ist in der Früh no a wenig ruhiger in den Zeilen, weils halt g’scheit frisch ist! Herr H. meinte bei der Jause, dass er seine Finger nimmer spürt – ja mei: dann tuats net so weh, wenn ma se reinzwickt..

Apropo: gestern ist uns doch glatt Fräulein K. über die G’stetten gekugelt.. Der Scheff macht an Plärrer, haut se auf alle Viere... Ich dachte schon er suacht was.. Dabei hat er Fräulein K. wieder über d‘G’stetten in die Zeile zaht.. Gott sei Dank nix passiert,.. aber a Schritt z’vü nach Hinten – weg sans die Leser!

Da heute der Herr „von der Gewerkschaft“ wieder da war, wurde gleich natürlich über diverse Sonderzulagen diskutiert... Gefahrenzulage – Frostzulage und nach dem‘s jetzt ins Fernsehen kommen: Prominentenbonus! Aber Frau Scheffin ist nicht verhandlungsbereit!  

Solangs nur reden ist es ist halt ein Schnattern und Kudern und G’fuhri! Die Sonne scheint, die Trauben san schön, da passt es halt!

 

Die Tage san so richtig „herbstgoldig“! Der Wind treibt die Wolken über den Himmel, zeitweise blast es einen ganz schön durch. Wenn man auf der Schattenseite steht braucht ma den dicken Janker, auf der Sunn’seiten jauckts da den selbigen wieder oba! Oma hat den ersten Glühwein mit, Der Scheff ist mega zufrieden mit dem was er in den Keller geliefert bekommt! Saubere, siaße Trauben! Es ist eine wahre Freude heuer die Lese! Wir wünschen uns noch einige so wunderbare Herbsttage!

 

Lesetagebuch: Tag 11 – 14.Oktober

Mir kumman schon die Tag durcheinand! Es ist ein bisschen wie „täglich grüßt das Murmeltier“! Irgendwann kommt der Moment, wo ma im Halbschlaf am Morgen damisch in die Küche trabt. Automatisch 2 Liter Kaffee obalosst, 2 Kilo Brot schneid‘, Jaus’n für die Mannschaft einpackt.

Das Auto vollpackt mit Zimmer-Kuchl-Kabinett!

Allerdings war i heute recht schnell wach! I hob mei Auto abg’schert mit’n Eiskratzer! Pfui Teufel! 0 Grad!!!  Es war der Morgen aber dann gar net so grauslich wie er sich zuerst gezeigt hat - frisch, aber windstill. Also halb so wild. Der Superstar war ja heute unser „Gastleser“ Zorro! Wir san sozusagen auf den Hund gekommen und dieser wurde mit pickerte Finger dauergestreichelt!

Diese Lesereinteilung ist ja jeden Morgen ein neuer Spaß! Wer tuat mit wem und in welcher Zeile! A paar san in der Mitten beim Traktor, einige in da d’rauss’tan Zeun, de miass‘n a den Kübel uma geben! Weil da Traktor ja in der Mitte steht zum Ausleeren! Beim Traktor schurlt Herr P. und leert de Kübel aus! Die Nachfrage nach Kübel ist auch von Person zu Person verschieden: die kurz angebundenen: „Küve!“, die freundlichen: „Küve bitte“, die gaaanz freundlichen: „P. darf i bitte an Küve ham?“ und die Ungeduldigen: „KÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜVE!!!!!!!!!“ Herr P. erfüllt alle Wünsche gleich: er haut eana an Kübel vor die Fiaß durch die Zeun! Wo schon mal auch knapp einem „Unfall“ entgangen wird. So wie Fräulein C. meinte: „Jetzt hätt i fost J. mit an Kübe daschlog’n.

Dann gibt es noch die „Springer“ die von Zeile zu Zeile durch kreun und denen, die am weitesten hinten san nachhelfen! Das bin ich!!!!!! (Also der Springer – net die die am weitesten hinten is!!! – DAS ist nämlich nie wer: „Bei uns sans grod sooo schiach, wir kumman gor net nohooooch!!!“ Ich hab übrigens, laut Herrn R., die „optimale Bauhöhe“ für diese Arbeit des „Springens“! I brauch mi net weit obi bucken zum Durchkreu’n weil i die Größe ana „huckerten Wüdsau“ hab.... haha!!! Aber dafür such ich mir immer die Weinstöck aus wo‘s am schönsten hängen – wird behauptet! Unser heutiger zweiter „Gastleser“, auf zwei Haxen, da Herr F. meinte ganz keck: i bin a „Traubenflitscherl“.... I hobs net immer leicht als Scheffin—derf i des amoi sogn?

So sind wir bei trockenem Wetter vom „großen Kogelberg“ übern „untern Kogelberg“ bis zum „Pfoffaberg“ gekommen! Lauter Grüner Veltliner mit besten Reifegraden geerntet! Der erste Staubige ist fertig, andere stürmen no.. Es ist grad eine turbulente Zeit! Herr Scheff verbringt die Tage im Keller und kommt nur ab und zu nachschauen, ob die Mannschaft funktioniert! Schön langsam gibt’s auch Weingärten die vollständig abgelesen sind! Es wird immer mehr die Red davon: „Wo hängt no wos?“ .. Übrigens die Becher-Häferl-Nummer nimmt immer lustigere Formen an: ganz findige verstecken se ihre Becherchen schon im Rucksack bis zum nächsten mal trinken, damit kein anderer sie in der Zwischenzeit abschleckt!

 

Scheff und Scheffin haben im Moment nur sporadischen, telefonischen Kurzkontakt: „Waunn kummt da nächste Hänger?“ Die nächste Annäherung ist dann erst wieder wenn i eam meine kalten Zech’n unter der Tuchent umi streck, kurz bevor leises Schnarchen im Duett ertönt!.... und geträumt wird von 2 Liter Kaffee und fliagde Kübel.....  

 

Lestagebuch: Tag 12 und 13 – 15. Und 16. Oktober

Welches Jahr haben wir? Welchen Tag? Welche Uhrzeit?? Ich hab keine Ahnung mehr.. Scheff und Scheffin „funktionieren“ im Moment wie so Aufziehmandl.. Muss mal schauen ob mein Gatte im Kreuz irgendwo an Schrauben zum Drehen hat! .. Apropo Kreuz!! .. Das Kreuz vom Scheff, der zu Beginn mehr als schief und verbogen daher gelatscht ist, ist wieder halbwegs grad. Dafür hat sich Scheffin gestern das Kreuz verrissen! DAS ist mir in meinem bisherigen Dasein erspart geblieben, bis gestern! Einmal deppert um an Kübel bücken... geh leck! Den Tag dann irgendwie umibogen – hupfert und hatschert.. Durchkreu’n durch die Zeile hat definitiv nimmer guat ausgschaut. „Du kraxelst Durch wie eine Gazelle, oder wie hast des Viech mit’n Riassl??“  I hab mi bemüht, dass guat ausschaut, ehrlich! Aber wir haben so liabe Leser!!! Alle gleich behilflich! Wir haben eine absolute Super-Truppe!

So haben wir die letzten beiden Tagen Grüner Veltliner gelesen – was heißt: es hat ausg’schaut als tät ma’s fladern – so schnell sama durch die Zeilen geflitzt! Sind ja auch super schön heuer.. Hie und da ein Krotzerl zum Ausputzen, dass alle beherzt machen. Wir haben diese Woche echt g’scheit was weiter bracht! Wir „stauben“ einen Weingarten nach dem andren ab! Jetzt kann man schon reden davon: „Wo hängt jetzt no was?“ ...

Es ist eine ausgelassene Stimmung im Weingarten! Da berühmte Schmäh rennt, ohne Ende! Und dabei werden die sensationellsten Ideen geboren! Herr H. – von der „Gewerkschaft“ schart immer mehr Mitglieder um sich! Aber Frau Scheffin trotzt standhaft den Verhandlungen! Forderungen für: Schmutzzulage, Krotzenzulage, Kübeummigebzulage und noch mehr davon, prallen ab!“

Böse Zunge behaupten, bei uns werden die Kübel und Scheren zöht ob alle da san – de Leit net!

Dann ging doch glatt eine Schere verloren! DAS ist immer ein wenig der Supergau!! Das Gebot der ersten Stunde: „KEIN SCHERE in an Kübel oder sonst wo hin – wo sie in den Hänger und in weiterer Folge in der Presse landet! Schere in Presse = ist gleich Loch in Presse – Loch in Presse = Sch....!!!

Das hatten wir vor vielen Jahren: Die Schere ist durch die Presse ohne Schaden durchgewandert und im Tresternhaufen wurde sie wieder gefunden! So ein Glück gibt’s ka zweites Mal!

Gut Schere weg! Fräulein S. hat sie ganz sicher auf die Stoßstange des Autos gelegt. (Ganz schnell, weil sie versucht Frau Scheffins Kreuz zu behandeln!) Gut Frau Scheffin fährt am Abend noch mal in der Weinberg, weil die Scher is sicher obi g’foin! Alles abgesucht – nix gefunden! Gut Schere weg – wurscht, solangs net durt is wo’s net hingehört!

Nächsten Morgen Herr F.: „Hey!!! Do liegt jo a Scha am Autodachl!“ ... Ähm --- i mit meiner Größe einer (siehe oben) „huckerten Wüdsau“ siach do net aufs Dach vom Auto! Fräulein S. war hocherfreut, es is ihr wieder eing’fallen, dass sie’s da auffi g’legt hat und bedankte sich herzlich für die „sanfte Autofahrweise“ bei der Scheffin!.. Schere gut – alles gut!

Kübel werden nach jedem Weingartenwechsel gezählt, grad so, als ob se ana an mit heimnehmen würde! Dann fehlt doch glatt wirklich ana: Herr H.: „Jooo eh ... i hob ma an mitham gnumma, fia de Ausschnittweiwa!“ (Ausschnittweiwa = die allerschönsten Trauben, die ma seh mitham nimmt zum Essen!“) Hallo??? Kübel mitheimnehmen geht nur mit "Antrag und vorheriger Zählung!!" Guat!! Küben do, Scheren do! Kann nix mehr schiefgehen!

Sonst passiert net recht vü .. außer zwicken, pressen, Fassl anfüllen..

Herr Scheff verbringt die Tage nur mehr im finstern Keller bei seine Gärgase! Auch da funktioniert alles super perfekt! A da Scheff funktioniert no!

Wobei er heute auf seltsame Weise auf sein Leberkasteller Botschaften gesendet hat! WAS bitte bedeutet ein „aufgestelltes Gurkerl“ auf einem Teller? Was will er sagen nach 3 Wochen Lese? I überlass das jetzt Eurer Leberkasfantasie!

 

.. So starten wir am Montag in die 4. Lesewoche mit Option und Hoffnung auf ein baldiges Ende! Jetzt geht’s den Riesling „an den Stängel“... 

 

Lesetag 14 – 18. Oktober

4. Lesewoche – 14 Lesetag! Wir treiben die Trauben in die Enge.. Ein Weingarten nach dem anderen wird jetzt fertig abgelesen und das is a guates G’fühl!

Nur mehr a „Patzerl“ Grüner Veltliner hängen draußen – vor allem der 1. Lage Lamm – unser „Schlachtschiff“ unter den Grünen Veltliner.. der kommt die kommendenTage unter die Schere.

Heute waren Riesling dran und die waren sensationell schön! Alle sind sich einig: so ein Lesejahr müssen wir uns merken! Trocken, sonnig, Trauben wunderschön und eigentlich gibt’s nix zu meckern! Alles is mittlerweile pickert. Es ist wieder soweit: Jede Autogriff, jede Türkschnalle, es Gwand steht nach drei Tagen ala in der Ecken – praktisch: braucht ma nimmer zamm legen sondern nur hinstellen und am nächsten Tag wieder reinspringen! Apropo Springen: öhm, das geht grad bei der Scheffin net so guat! Seit Freitag a verrissenes Kreuz.  Heute hat mir der Herr Scheff, nach dem ich rearat und verweifelt auf der Erd gesessen bin, die Socken angezogen –mit den Worten: „Jetzt wirst a oit Maus gö? Aber Dank Physio Sperger, der hat mi am Vormittag eingeschoben und wieder so hergerichtet, dass i halbwegs aufrecht den Trauben gegenüber stehen konnte. Jetzt schaut die Welt wieder a bissl leichter aus..

Und die „Welt“ schaut einfach sensationell aus!! DAS ist das wahre Leben! Die Tage sind unglaublich, zuzuschauen wie die Natur sich verändert, wie bunt und prächtig sie sich zeigt! Der Herbst die „Hochzeit“. Das Leben und Arbeiten mit der Natur – das Hinarbeiten auf diese besondere Zeit: die Ernte! Der Lohn der Arbeit übers ganze Jahr! Unser Fräulein A. meinte die Tage: „Heuer sind alle „Alten“ nimmer da! Es verändert sich die Mannschaft, die ältere Generation fällt weg weil sie leider nimmer kann. Dafür kommen Junge dazu. Es gibt schon viele Geschichten zu erzählen..  Aber trotzdem haben wir über viele Jahre hinweg eine tolle Lesetruppe, die sich aus völlig unterschiedlichen Charakteren zusammen würfelt! Jeder bringt seine Geschichte mit, die sich zusammen fügt in eine Gemeinschaft! Wo der Schmäh rennt und trotzdem gearbeitet wird. Wir san froh, wenn die Ernte vorbei ist und erledigt, aber trotzdem ist es auch immer ein bissl a wehmütiger Moment. Und heuer wo es so „krotzenlos“ geht sowieso!

Ja heute bin ich a bissl sentimental, (vielleicht weil a der Schmerz nachlasst) .. aber es ist auch das schönste und erfüllendste Gefühl überhaupt: dankbar zu sein!

 

Aber a paar Tage dauert es ja noch und a paar G’schichteln wird’s no geben!

 

Lesetag 15 – 19. Oktober:

Ja es wird, es wird.. Es schaut – irgendwann – a End außa! No net ganz, aber wir bleiben drann!

Jetzt ist es fast a bissl wie „Weingarten-hopping“: durt hängan no a poor Greane,  in dem Weingort’n hama no 10 Zeun Riesler, dann fahr ma weita zu den nächsten...

„Fahr ma weiter“ ist auch immer recht spannend! Das geht in der Früh schon los: die Bewegung des Fuhrparks! Im Weingarten stehen Autos als würd a ganzer Autobus bei uns lesen! Der ökologische Fußabdruck des „Leseverkehrs“ beim Brandl ist alles andere als ökologisch!

Herr G. fahrt söba, weil der rauckt in da Fruah im Auto scho ana – und Brandlautos san Nichtraucherfahrzeuge! Herr H. fohrt söba, weil er söba fohrt! Obwohl ich ihm jetzt auf die Schliche gekommen bin: bei ihm steigen immer die Mädels ein.... Das ist ein Geflöte und Gesäusel: "Geh H. i fahr mit Dihir mihit!!!!!"

Scheffin fohrt söba, weil sie Zimmer-Kuchl-Kabinett mit hat, Scheff fahrt söba, weil er immer wieder in Keller muass..

Solang alle im selben Weingarten landen is ja guat! Interessant wird es, wenn a paar foisch o’biag’n! So wie heute! Wir fahren am Heiligenstein: Zack – alle springen ins Auto! Alle furt! Keiner fragt nach WO genau am Heiligenstein! (Wir haben Auswahl!) Wir warten im Weinberg, ... a paar san do, der Rest net! Anruf: „Wo seit’s Ihr???????????“.. „Am Heiligenstein!!!“... hahahahaha.. der is groß! ... Guat dann wird zum richtigen Weingarten gelotst und irgendwann habens dann alle geschafft, dort zu sein wo sie sollen!

NEIN --- es ist nicht immer einfach!

Dann ist das nächste Gemaunze losgegangen: Koit wars! Nein: es war A.... kalt!! Das Autothermometer hat knackige 1° angezeigt! Schlaue haben a paar Handschuach über einander angehabt, weniger Schlaue – so wie i – haben nur dünne Fetzerlüberzieher – so wie immer angezogen.. Nach einer halben Stund war i mir nimmer sicher, ob mein Finger no drann is.. Da Scheff hot g’mahnt: „Dann g’spiarst wenigstens net wennst die einizwickst!“

A Stund später sind wir – ALLE GEMEINSAM – in den nächsten Weingarten gezuckelt: Grüner Veltliner – super schön! Da war der Frieden wieder hergestellt! DAS geht immer zur Besänftigung der Gemüter: do kennans Zwicken wie die Wüden! Ma hört nur Schnaufen, Scherengezwicke, Kübelklappern, wenn er dir nachgeschossen wird..

 

Und so kommen wir dem Ende immer näher.. Wenn jetzt no wer zuständig ist fürs schöne Wetter: bitte gern übern Kamptal Schönwetter bestellen! Morgen ist endlich der Grüner Veltliner Lamm drann! Glei um hoiba 8e!! Weil die will da Scheff schön kalt abgelesen haben! Die „Gewerkschaft“ hoit eh scho wieder Sitzung einberufen wegen der Kältezulage... 

 

Lesetag 16 – 20. Oktober

Eigentlich waren es nur 3,5 Stunden Lesezeit.. Wir haben unsere letzten Grünen Veltliner abgelesen für heuer: Der Lamm! Bei Kaiserwetter und ein wenig wärmer als gestern gings flott dahin, ohne besondere Vorkommnisse!

Die „nicht so perfekten Trauben“ wurden ausgelesen damit (Zitat von Herrn Scheff) die besten Beeren, die mit dem Goldschimmer!!!!! hängen bleiben. Nach dem Traktorhänger ausleeren und der Jause wurden die „Goldschimmertrauben“ gelesen. Die lässt der Herr Scheff über Nacht auf der Maische stehen damit sich die Beernschalen – Aromastoffe auslaugen! 21° - also Klosterneuburger Mostwaage des Grünen Veltliners– net das Wetter!

Und jetzt sind die sch... Viehcher auch endlich explodiert! Jedes Jahr das Selbe. Sie lieben die warmen Temperaturen, des taugt ihnen zur Vermehrung am besten! Tresternhaufen sind ihr Lieblingskuschlplatzerl! Schön warm und stinkert! Und jetzt sind sie da! Während ich schreib schwimmen schon drei in mein Tee, eine hab i im Nasenloch.. und wenn man den Herrn Scheff im Keller besucht darf man nur mit Maske eintreten, sunst hast die Viehcher in allen Gesichtsöffnungen!

Die Fruchtfliege, Mostfliege, Obstfliege oder Taufliege! Klein, fies, lästig und stinkert! Da aber der liebe Gott ja nix umsonst erfindet, wird sie irgendwo ihre Berechtigung haben – aber sicher net in meinen Nasenlöchern!

Zitat Wikipedia: „Taufliegen gelten im Allgemeinen eher als Lästlinge denn als Schädlinge,..“ hahahaha.. Megalästlinge!!! Also Nasenlöcher zu und Klappe halten! Ois wegrama was nur annähernd zur Vermehrung beiträgt.. und im besten Fall mit dem Staubsauger ausrücken!

 

Morgen geht’s endlich zu unseren Rieslingen, so der Wetterfrosch will... 

 

Lesetag 17 – 21. Oktober

Ein unglaublich mystischer Tag geht zu Ende! Am Morgen hat sich ein Schauspiel der Natur geboten: der Nebel der sich übers Kamptal legte wie eine weiche Decke. Am Heiligenstein der Blick ins Land: auf der einen Seite geht die Sonne auf, auf der anderen der Mond unter. Und mittendrinn wir! Am Heiligenstein zum Riesling lesen! Jetzt geht es wirklich in die Zielgerade. Wie schon erprobt, haben wir wieder die „nicht so perfekten“ Trauben zuerst ausgelesen und im zweiten Durchgang die schönen „Goldschimmertrauben“ geholt! Der „Riesling Heiligenstein 1. Lage ist „daheim“! Zu Mittag war unser „Heulig’nstoa“ fertig und wir ham uns mit Gutmanns Backhendl den Bauch vollgeschlagen!

Lustig wars a – es gab wieder Frauenüberschuss! Auf die Frage vom Herrn Scheff: „Wo’s hos’tn gegen mi??“, kam die spontane Antwort: „Nix Wirksames!“.. Sehr mutig an Tag vor der Auszahlung! Böse Zungen behaupten ja, dass man am letzten Tag vor der Auszahlung: die Zeile bei der Gstett’n obi meiden sollte, in Traktor aus‘n Weg gehen und vor fliegende Kübel in Deckung gehen soll! Net amal mein Kräutertee hams heute traut! Die „Gewerkschaft“ war heute nicht vertreten – aber mittlerweile san eh schon alle dabei! Die „Forderungen“ haben das Ausmaß eines Katalogs angenommen!

So rennt eigentlich den ganzen Tag der Schmäh und macht das Lesen so wie es sein soll: Locker und lustig!

 

Aber ganz ehrlich? I gfrei mi trotzdem wenn wir endlich fertig san! Es zaht se schon a weng.. seit 4 Wochen sind wir nur ausgerichtet auf Ernte – alles andere bleibt ziemlich auf der Strecke.. Daham is nur das Notwendigste geschehen! Jajaja.. „glei dastickt‘ ma net im Dreck“ – fühlt sich aber bald so an.. Ois pickt, jeder hatscht nur mehr mit de Schuach eini, „weu’s eh schon wurscht is“. Die kleinen flauschigen Wollmäuse schauen mittlerweile hinter jeder Eck‘n vira! Der Herr Scheff ist im Kellerdauereinsatz! Die Fässer füllen sich, es stürmt und die ersten Staubigen san fertig. Morgen haben wir den letzten Tag der heurigen Ernte vor uns! Wir hoffen, das Wetter hält. Es fühlt sich trotzdem „komisch“ an.. I kann mir im Moment net vorstellen, dass i mit’n Herrn Scheff zu Mittag zu zweit am Tisch sitz. Das Kochen erspar ich mir allerdings, mindestens bis Weihnachten – die Kühltruhe is voll mit Restl! Morgen kommen noch mal Bärchenhäferl und Nummernglasl zum Einsatz! Das funktioniert jetzt am Schluss – endlich – a so halbwegs! Also dann: auf ins letzte Rennen...... 

 

Lesetagebuch Tag 18 – 22. Oktober

Wir san fertig! Tatsächlich und echt.. I kannst no immer net glauben..

Morgen gibt’s nur mehr Kaffee in der Früh für Zwei. Mittagessen für Zwei (aufgewärmte Reste bis Weihnachten.) In keine pickerte Hos‘n und Jacke mehr reinschlupfen. Kane Gummistiefel mehr an den Füßen. Die Leseschere ist Gott sei Dank no net angewachsen an meiner Hand. Jausen richten nur für mi ala! Morgen beginnt die Entwöhnungskur von Lebkuchen und sonstigem süßem Wahnsinn, der dauernd mit war. Bärchenhäferl und Nummerglas’l san schon abgwaschen und verstaut für nächstes Jahr. Die Nummer mit der Nummer hat bis zum letzten Tag net funktioniert! „Mei 5er is weg, wer hot eam!“.. „I!! Aus dem trink i schon seit da Fruah!“ „Des gibt’s net, des wor meiner!“.

Heute haben wir die 1. Lage Riesling Kogelberg geerntet! In bekannter Manier: zuerst wieder die „nicht so perfekten Trauben“ (wobei da net viel dabei waren!), dann die goldigen hinten nach abgelesen! Weil er ja die goldigen Rieslingtrauben auf der Maische stehen lässt, zum Auslaugen der Aromastoffe. Die Durchleserei ist halt immer so a G’schicht! Jeder hat einen Partner und geht von Packsteu zu Packsteu, sunst kummt nämlich hinten einer nach und lest des oba, was der andere hängen gelassen hat! Da kann schon mal sein, dass der Partner durch die „Springerei“ verloren geht. „Wo ist mei Partner??!!“ „Wer steht’n do jetzt bei mir??“ A bissl wie beim Speeddating, man is sich nie ganz sicher, mit wem man es beim nächsten Stock zu tun hat! Aus diesem gegebenem Anlass sind noch ganz tolle Ideen für nächstes Jahr geboren: „Fußfessel“! Wenn man sich mehr als 2 Meter vom Partner entfernt gibt’s Alarm! Und die Nummer vom Glasl wird auch gleich drauf programmiert!

Zeitweise war‘s ein Kabarett! Und alle waren sich einige: DAS Lesen müss ma uns merken!

Für heuer ist die Ernte dort wo sie hingehört! Im Keller! Es war ein gutes Jahr! Wir sind dankbar!

Es waren viele schöne Momente, viele lustige Stunden, viele Stunden mit Kreuzweh und „G’reit mi nimmer“, manche Momente in denen Scheff und Scheffin die Puste ausgegangen ist, aber sie sich immer einige waren: „Wir sind ein gutes Team!“,  viele Momente in denen die Natur sich in ihrer schönsten Herbstpracht gezeigt hat. Unglaublich wohltuend für die Seele. Wenn‘s an nimmer g’freit hat und Du schaust über die Landschaft, die Sonne kommt gerade hinter der Wolke hervor und taucht das ganze Land in goldgelbes Licht. Heuhupfer die völlig gechillt auf der Traube sitzen und sich fotografieren lassen, Spinnen die sich im Netz räkeln, Marienkäfer die am Kübelrand krabbeln und gerettet werden vor der Presse.. Faune und Flora hautnah! Ja des gibt’s noch alles – man muss nur die Augen offen halten und achtsam sein!

Danke fürs Mitlesen, die vielen schönen Kommentare und das Feedback! Ich freu mich sehr drüber. Weil ich mir gar net vorstellen kann, was an diesen Lesergeschichteln so spannend ist. Es ist immer das Gleiche... Jedes Jahr! Und doch immer anders: weil es das Leben und Arbeiten mit der Natur ist. Und das ist jedes Jahr eine neue und andere Herausforderung! Immer wieder spannend, immer wieder schön .... und am Ende immer wieder gut!

 

Vegelt‘s Gott!

 

Epilog:

So nennt man das doch, wenn etwas zu Ende ist und eigentlich doch nicht.. weil da noch was war...

TATAAAAA!!! Wir waren ja noch gar net fertig.. war ein Schmäh.. Warum???? Weil sich da Herr Scheff heuer eingebildet hat eine Novemberlese“ zu machen! Weil solche speziellen Schmankerl nur in Jahren funktionieren wie heuer! Wunderbares sonniges, trockenes Herbstwetter und reine, saubere und hochreife Trauben!

Also das heißt: nomoi eini in’s schon eigentlich gewaschene Leserquand! No moi die Gummistiefel anziang.. Mei Schere hab i glei gar nimmer gfunden, so guat hab i’s schon versteckt! Und............... die Nummernglasel und Bärchenhäferl wieder auspacken.. So schön hätt i sie schon verstaut gehabt! Da Herr Scheff persönlich hat am Morgen Lachsbrötchen belegt und Sekt eingekühlt als „Jausn“! (Angesichts des Fischg’ruch’s warat da Scheffin glei schlecht worden.. sowas zum Kaffee geht glei gar net... )

Also dann: Um 8:30 (nach der „neuen“ Zeit wors eh schon halb 10) und absolut annehmlichen Temperaturen, hat sich die Mannschaft am Kogelberg versammelt, weil da die 3 Terrassen Riesling noch g’hängt san, für unsere „Novemberlese 2021“...‘

Genau 1,15 Stunden haben wir gebraucht und dann war es endlich vollbracht! A guate Stund fröhliches Schnattern und Dahinzwicken, weil jeder wusste: schön is, trocken is, kriag’n tamas.

Superschöne Rieslingtrauben, goldgelb und über 20° Klosterneuburger Mostwaage sind in der Presse gelandet!

Der Tag hat uns einen richtigen schönen Novembertag gezeigt. Wenn das Laub schon zum Teil ab gefallen ist, der Rest an gelben Blättern noch so halb wackelig an den Reben hängt, kurz vom Loslassen... Die Sonne die gern durchschauen möchte, es aber wegen dem Hochnebel nicht so richtig schafft... Die Natur die sich auf den bevorstehenden Winter einstellt und noch einmal ihr Farbenspiel präsentiert... Es war ein wirkliches Schauspiel! Als die letzte Traube dann abgeschnitten war, gab es ein lautes Juchzen von Scheff und Scheffin, ein wehmütiges Seufzen („na gehhhh... schoooood“) von Fräulein J. und große Erleichterung bei allen! Da Altscheff is mit sein aufputz’n Traktor ein letztes Mal Vollgas heim gebrettert...

Jetzt werden die Nummernglasel endgültig verstaut, die Lesescheren g’schmiert für nächstes Jahr. Die Kübel aussortiert und g’scheit gewaschen (durch das Rumgeschupfe und „fast Leut daschlagen“ haben einige den Geist aufgegeben). Die Natur geht jetzt zur Ruhe und unsere Lesegeschichten auch!

Die Ernte 2021 ist jetzt WIRKLICH im Keller ... und das ist ein gutes Gefühl! Sie wird die Grundlage für unser kommendes Jahr sein. Jetzt ist der Scheff gefragt, was er „draus macht“.. Das ist große Verantwortung, jedes Jahr aufs Neue!

 

Jetzt sagen wir wirklich „Vergelt’s Gott“ ... bis nächstes Jahr!