Weinlesetagebuch 2020

Dienstag, 15. September: Prolog

 

So bald ist es wieder soweit ... ,ich würde sagen, ich beginne mit einem "Prolog" 😂... Weil das auch JEDES Jahr das Gleiche ist: "Wann fang ma mit der Lese an?" ... Scheff: "De Woch'n SICHER no net"... Anfang der Woche geht Scheff bedächtig durch die Weingartenzeile - neigt sein Haupt hin und her - zutzelt an den Weintrauben (er ißt NIE-- NIE!!! Weintrauben) -- und wenn DAS passiert, dann weiß ich.... OHA!!! I muass gaaanz schnell meine blauen Bärchenhäferl zamm suachn!

Und genau so war es auch heuer wieder: als er mit dem Herzumgezutzel fertig war: "Manst de soit ma scho friahra lesen? De g'herat'n scho oba!" Scheffin:"Wann? ---Wann? .. Hallo WANN??????????!" Scheff: "Freitag?".... Mögen die Spiele beginnen.........................................................................😏 Das ist dann aber eine andere Geschichte, hoffentlich der Beginn einer guten....🙈😀

 

... ahso: auch jedes Jahr wie immer: für alle Fehler in Rechtschreibung und Ausdruck und sonst was halt - bitte um Nachsicht... 😏🙈


Tag 1: Freitag, 18. September

 

Der erste Lese-Halbtag ist geschafft und ich hab gleich a Schreibblockade...

Weil – eigentlich – alles so ist wie jedes Jahr und irgendwie a net!

Die obligatorische Einschulung von Seiten des Scheffes wurde ausgeweitet auf „Covid-Regeln“.

Schön „desinfiszieren“ (da rollt sich mein krankenschwesterliches Ohrläppchen immer ein: wegen einem kleinen „S“ im Wort....)

Abstand (-keiner knutscht mit irgendwem – außer den, den er geehelicht hat.)

Die Lesermann-frauschaft stand pünktlich und motiviert in der Einfahrt, mit bunten Handschuhen und ein wenig „Glamour“ am Jackerl...

Geplant war heute,  auf Grund der leichten Fäulniserscheinungen der Frühsorte, ein Weingarten zum Abzwicken.  Das hat geheißen (für alle Leser der letzten Jahre): „Krotzenputzen“ – gleich zum Einstieg! Unser Onkel P. war auch wieder anwesend – OHNE Schürzerl! Weil er meinte: „Jetzt was i wia’s geht: I muss von mir wegputzen!“ (was übersetzt heißt: die g’fäut’n Beeberl weg vom Körper spradern!)...

Lese war entspannt, Wetter wie wir es gern haben, Trauben – gut heuer ein wenig mehr Arbeit zum Ausputzen, aber trotzdem gut zum Essen! Wie Fräulein M. gleich von der Früh betätigte: „Wenn man der lieben M. schreit hört man immer nur ein „MHMUPMF“?? (Heißt so viel wie „JA“ mit Mund voller Weintrauben!

Dazwischen wurde natürlich amoi abgedürschtet: Wenn die Scheffin net das Trinken vergessen hätte.. Sowas ist mir noch nie passiert – war Premiere! Am ersten Tag vergess ich immer was, meist des Handtuach zum o’trocknen – oder das Wasser zum Waschen. Aber in G’spritzen???? Na guat, Hauptsache der Kaffee und Leitungswasser war mit! (Man darf die Leut net glei am Anfang zu viel verwöhnen...)

Die harmlose Einsteigervariante der kulinarischen Leserversorgung war heute Leberkas!

Kredenzt an die Lesertruppe, schön covidkonform,  auf 3 Tisch verteilt.

 

... So das war’s fürs Erste... Recht viel mehr Aufreger sind heute nicht passiert, was am ersten Tag auch nicht sein muss. Am Mittwoch geht es weiter – so richtig halt.... 

Tag 2: Mittwoch, 23. September 2020

So das sind wir also wieder – im alljährlichen Lesewahnsinn! Start um 7 Uhr – ja, man sieht um diese Zeit auch ohne Stirnlampe ganz gut... Nachdem Scheffin sich um 1.30 noch immer schlaflos im Bett gewälzt hat – wahrscheinlich die Aufregung und Vorfreude – ist sie um 6 Uhr hochmotiviert aus dem Bett gesprungen mit relativ hängadn Aug! Scheff hat übrigens auch nicht besser ausgesehen. Ich muss mich outen: ich bin ein Morgenmuffel: Kaffee geht – Gespräche nein!

Wenn dann um 7.00 Uhr die hochmotivierte, schnatternde Lesemannschaft vor der Tür steht... perfect match! Die Freude unserer Leser ist ja ungemein ansteckend! Alle aussa putzt – einer hat uns sogar seine hübsche Flickenhose als Sonntagshos’n verkaufen wollen! Fräulein A. stand in leuchtenden Rosa vor uns: „Immer für Dich da“..

So sind wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang gut gelaunt am Heiligenstein gelandet. Heutiges Programm: Muskateller!

Schöne goldige Trauben – zum Durchputzen! Die will der Herr Scheff ja immer gaaanz schön ausgeputzelt. Die bleiben nämlich gequetscht in der Presse über Nacht stehen. Die Beerenhaut soll sich auslaugen, weil da die Geschmacksstoffe drinnen sind. Wie Scheff sagte: „Sie schmoren im eigenen Saft“ – Da kann sich jetzt jeder sein eigenes Bild dazu vorstellen!

Heute war es von Morgen an schon sehr warm und auch schwül! Die Muckerl hatten Kirtag! Nachdem die Viecher immer lästiger wurden und eine sich dann auch noch in meiner Luftröhre verirrt hat, war Schluss mit lustig! Hustenanfall in Zeiten wie diesen kommt nicht gut an! Kurzerhand wurde das Desinfektionsmittel zweckentfremdet und damit eingeschmiert! Auch der Scheff bekam ein Patzerl auf seinen „Landeplatz“, da wo mal die Haare waren...

Wir haben zwar gestunken wie die anonymen Alkoholiker – aber dafür waren die Fliegen weg!

Unsere Leser arbeiten ja mit allen Tricks um einen früheren Feierabend zu ergattern. Nachdem der erste die Schere um d’Erd g’haut hat – die Feder davon gesprungen ist – dacht er: „So fertig für heute!“ Aber nicht mit uns! Auf allen Vieren sind Leser, Scheff Junior und Scheffin durchs weingärtliche Gebüsch gekrochen. Scheff Junior deswegen, weil die anderen zwei ka Brü’n aufghabt haben! Nach erfolgloser Suche sah der – jetzt scherenlose Leser – sein „Feirob’nd“  um 9.30 gekommen.... wäre nicht doch der Scheffin das blitzende Federl ins Aug gestochen.... Tja so samma: wir schinden die Leute aus wo es geht ...

Nachdem der Heiligenstein abgelesen war, wurde gewechselt zu den Kogelbergmuskateller! Und es ging schneller als erwartet! Es war leider auch die Menge der Trauben geringer als im Vorjahr.. So waren wir ratz-fatz am Mittagstisch... Eine Stunde VOR den berühmten Maurern!  Nach einem Berg Wurschtfleckerl gings um 12.00!! in den „Feierabend“...

Apropos Wurstfleckerl: Heuer geht’s mir, was das Kochen betrifft ja gut! Mama kocht! Nachdem ich jetzt über 15 Jahre den Kochlöffel schwinge, ist es gar nicht einfach diesen ab zu geben! Meine Mutter: „Du bist furchtbar!“ „Warum????!“ – „Weil Du dir nicht helfen lässt!“ Gut – ich gebe den Löffel jetzt ab!

 

Es hat vorher gerade gedonnert!!! .... Wir taten morgen gern weiterlesen.............. aber das ist eine andere Geschichte!